Technische Klebebänder zum Verkleben, Isolieren, Schützen, Abdichten

07/11/2008, Leinfelden-Echterdingen

Schweißen, Verschrauben, Klammern oder Nieten sind die allgemein bekannten Verfahren zur Verbindung von Materialien. Eine in der Öffentlichkeit nicht so bekanntes, aber in Fachkreisen sehr beliebtes Verfahren, ist das Verkleben.

Neben Flüssigklebstoffen kommen immer häufiger technische Klebebänder zum Einsatz. Diese eignen sich nicht nur zum Verkleben von Materialien, sondern auch für viele weitere Anwendungen wie z.B. Isolieren, Schützen, Abdichten etc.
Aufbau und Eigenschaften

Technische Klebebänder bestehen aus einem Trägermaterial (z.B. Polypropylen, Polyethylen, PVC, Schäume, Metalle, Textilien) mit Klebstoffauftrag (z.B. Kautschukkleber, Acrylatklebstoff, Silikonklebstoff). Durch die Kombination dieser beiden Bestandteile lässt sich jede beliebige Eigenschaft wie Temperatur-, Alterungs-, UV-Beständigkeit, Klebkraft oder Wasserfestigkeit erzielen.
Darüber hinaus gibt es eine Reihe weiterer Gründe, warum sich Konstrukteure für den Einsatz von technischen Klebebändern entscheiden:

  • Es können unterschiedliche Werkstoffe miteinander verbunden werden (z.B. Leichtmetalle mit Kunststoffen).
  • Eine großflächige Verklebung von dünnen Fügeteilen ist möglich.
  • Der Wärmeeintrag in die Fügeteile ist sehr gering. Es kommt zu keinem Verzug.
  • Die Fügeteile werden nicht beschädigt z.B. kommt es beim Nieten durch die Bohrungen zu Spannungsspitzen im Material (Sicherheit).
  • Es entsteht eine elastische Verbindung, da Spannungen durch das Klebeband ausgeglichen werden.

Wirtschaftliches Kleben

Neben diesen technischen Vorteilen ist der Einsatz von technischen Klebebändern auch aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten attraktiv. So ist die Verarbeitung besonders einfach und zeitsparend. Dabei darf man nicht nur an Klebestreifen von der Rolle denken. Gerade beim Einsatz von auf die Kontur der Fügeteilen zugeschnittenen Klebe”bändern” sind deutliche Verkürzungen der Prozesszeiten möglich.
Zum Zeitgewinn in Produktion und Montage trägt auch bei, dass technische Klebebänder sofort haften. Die Zeit für Trocknung oder Aushärtung entfällt und die Durchlaufzeit wird verkürzt. Auch die Gewichtseinsparung ist immer häufiger ein Grund für den Wechsel von schwereren Schrauben oder Nieten auf Klebebänder. Was die Sicherheit und Haltbarkeit der Verklebung angeht, stehen Klebebändern diesen Verfahren in nichts nach.

Klebebänder in der Automobilproduktion

In der Automobilbranche wurden diese Vorteile erkannt. Bei der Automobilproduktion werden zugeschnittene oder gestanzte doppelseitige Klebebänder eingesetzt. Beispiele sind die Montage von Zierleisten, Stoßfänger, Spiegeln in Sonnenblenden oder Reflektoren in Schweinwerfern. Während der Montage aufgeklebte Schutzfolien verhindern das Verkratzen von Oberflächen. Vor der Lackierung der Karosserie werden Bohrungen und Stanzlöcher mit Klebepunkten abgedeckt, um diese Stellen lackfrei zu halten. Besondere Eigenschaften dieser Klebepunkte sind die hohe Temperaturbeständigkeit von bis zu 200°C und die rückstandsfreie Wiederaufnahme nach dem Lackiervorgang. Auch bei der Reparaturlackierung werden hochwertige Papierklebebänder mit hoher Temperaturbeständigkeit eingesetzt.

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